Events
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Manchmal spielt das Leben "Katz und Maus". Es gibt Tage, Wochen, sogar Monate, da scheint das Leben einem geordneten Plan zu folgen. Alles, was man sich vorgenommen hat, kann umgesetzt werden.
Dann das Gegenteil. Murphy tritt einem täglich mehrmals gegen das Schienbein. Man plant um, genau diese Vorhaben zu canceln. Alles, was im Vorfeld als prioritär deklariert wurde, muss nun in den Hintergrund treten. Das Leben oder Schicksal scheint anderer Meinung zu sein.
Am Ende des "Grossen Schnupfens", Ende April / Anfang Mai 2021, fand "Kulturbühne – gemeinsam vielfältig" statt. Eine Veranstaltung, die alle drei Jahre stattfindet. Erste Auflagen wurden gelockert, doch die verbleibenden Einschränkungen einzuhalten, war ein Hindernislauf.
Trotz aller Widrigkeiten wollte ich als Autor Lesungen halten. Bald waren Räumlichkeiten gefunden, in denen die Auflagen eingehalten werden konnten – Auflagen, von denen zu Beginn der Planung 2019/2020 noch niemand ahnte.
Alles war bis ins Detail geplant. Die Stuhlung des Saals mit grosszügigen Abständen aufgestellt. Doch in den Tagen vor dem Start kamen die Zweifel! Eine Woche Urlaub genommen, um täglich von 13:30 bis 20:30 Uhr Lesungen zu halten. Lesungen aus der Tetralogie: "Spätsommer oder Frühherbst", Band 1: "Der Besuch".
Dann jener Montag. Bewusst 09:09 Uhr: Beginn des letzten Briefings. Fünf Künstlerinnen und Künstler inklusive dem Manager für unseren Ausstellungsort treffen sich zum Kaffee! Letzte Anregungen, Ideen und Aufgaben werden besprochen. Der letzte Stand der BAG-Vorgaben wird ein letztes Mal geprüft. Der Manager und ich planen ergänzend einen beschilderten Rundgang, um alle Stationen miteinander zu verbinden. Denn zwei Künstlerinnen zeigen mehrere Zweige ihres Schaffens. Während der Ausstellungswoche wollen die beiden ihr Können an den einzelnen Stationen zeigen und erklären.
13:30 Uhr. Startschuss! Erste Besucher nähern sich zögerlich dem Gelände. Die BAG-Auflagen haben das Verhalten der Besucher grundlegend verändert, jedoch nicht deren Neugier! Nicht ein Tag, nicht eine Stunde ohne Besucher! Sie kamen nicht in Scharen, sodass sich keine grossen Ansammlungen auf dem Gelände bildeten. Aber sie kamen!
Obwohl meine Tetralogie eigentlich noch nirgends war – lediglich Band 1 geschrieben, Band 2 begonnen und von Band 3 und 4 die Gerüste standen –, war das Interesse hoch. Für mich eine positive Erfahrung! Zusehen zu dürfen, wie Zuhörer in eine Welt entführt werden. Wie sie mit geschlossenen Augen meiner Geschichte lauschten und nach meinem letzten Wort beinahe enttäuscht zurück in die Ausstellung kehrten, weil die Lesung dort endete.
Diese positive Erfahrung veranlasste mich zu tiefgründigen Gedanken. Als Selbstverleger muss man Eigeninitiative ergreifen. Es gibt schweizweit einige Bibliotheken, die geeignete Räumlichkeiten besitzen und Lesungen organisieren. Erste Gespräche habe ich bereits geführt.
Hier entsteht in bälde ein Kalender, der Events mit Ort und Zeit ankündigt. Vielleicht treffen wir uns da persönlich.